M. L. Rio – Das verborgene Spiel

34752890  4 Sterne

German book – German review

 

 

Als großer Fan von Donna Tarts „Die Geheime Geschichte“ musste ich dieses Buch natürlich lesen.

 

Eine Gruppe von 7 jungen Leuten ist auf einer Kunst-Universität im 4. und letzten Jahr. Ihre Schauspielabteilung ist auf Shakespeare spezialisiert. Es werden nur seine Stücke gespielt. Die Schüler leben und atmen Shakespeare. In jeder Unterhaltung fließen Zitate ein. Ganze Unterhaltungen können sie mit Zitaten aus seinen Stücken führen.

 

Das Buch beginnt damit, dass einer von ihnen, Oliver, aus dem Gefängnis entlassen wird. Er hat 10 Jahre gesessen für ein noch ungenanntes Verbrechen, das er vielleicht aber nicht begangen hat. Das jedenfalls glaubt der damals ermittelnde Polizist, der ihn immer noch besucht. Jetzt, wo Oliver endlich entlassen wird und er selber den Polizeidienst an den Nagel gehangen hat, will er endlich die Wahrheit wissen. Und Oliver ist endlich bereit, sie ihm zu erzählen.

 

Oliver ist also unser Erzähler. Aber er erzählt nicht alles, jedenfalls nicht sofort und nur nach seinem eigenen Tempo. Die 7 Schüler verkörpern das klassische Ensemble. Es gibt den Held, den Bösewicht, die Verführerin, die Naive, den Mitläufer. Wie in den Stücken von Shakespeare nimmt langsam ein Drama seinen Lauf. Plötzlich liegt jemand tot im See.

 

Das Buch ist clever konstruiert. Nicht nur nimmt Shakespeares Werk einen großen Platz ein. Auch sind einige Dialoge angelegt wie ein Theaterstück. Die Story selbst entwickelt sich nach einem klassischen Drama. Jemand kommt zu Tode. Die Schuld, die danach an allen frisst, führt zu weiteren Komplikationen und noch mehr Leid. Die Story hält die Balance zwischen einem shakespeareschen Drama und einem modernen Stück. Die Charaktere haben alle Tiefe. Sie konkurrieren miteinander um Rollen und um Aufmerksamkeit .Sie sind prätentiös und anstrengend und neigen zum Drama. Eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten, Eifersüchteleien und Missverständnissen, oft von Alkohol angefeuert, führt nach und nach zu einer düsteren Entwicklung der Gruppe. Es ist eine düstere Geschichte um Freundschaft, Liebe und Eifersucht. In ihrer Schule führen sie ein Inseldasein und leben in ihrer eigenen Welt. Die Linie zwischen den Figuren, die sie auf der Bühne darstellen und ihrem realen Dasein verschwimmt und führt letztendlich zu diesem tragischen Tod.

 

Das Buch erinnert ein wenig an Donna Tarts Buch. Es hat aber nicht dessen Komplexität und vor allem nicht die stilistische Größe des Vorbildes. Es ist doch deutlich schlichter und einfacher angelegt als „Die Geheime Geschichte“. Trotzdem habe ich es sehr gerne gelesen. Ich mag einfach Bücher, die in diesen kleinen, elitären und exklusiven Unizirkeln spielen. Dazu gibt es hier noch jede Menge Shakespeare-Zitate und Anspielungen auf seine Stücke. Das hat mir sehr gefallen. Es ist ein leichteres Buch als das von Tart. Es liest sich locker weg und bietet kurzweilige Unterhaltung. Man sollte vielleicht Shakespeares Stücken nicht ganz abgeneigt sein, wenn man dieses Buch liest. Mir hat es gefallen.

 

Das Buch wurde mir vom Penguin Verlag zur Verfügung gestellt und ich möchte mich hiermit herzlich dafür bedanken.

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House. Tree. Person – Catriona McPherson

34506389  3,5 Stars

„House. Tree. Person“ is a dark psychological thriller. It is a bit of a slow burner and I would have wished for a little bit more tension.

The title was the thing that got me first. I never heard of that term but when you read the book you will understand. The story is told from Ali’s POV. I had some difficulties finding into the book. Ali obviously had some kind of trauma but we learn about what happened 10 years ago later in the book. But Ali and her husband Marco are referring to it all the time. Sometimes I had the feeling I missed something. And it was the reason I could not bond with her. She often reacted irrational and hysterical and I could not understand why.

The story is suspicious from the beginning. After a long time of struggeling to get along with jobs they suddenly are both lucky. Marco gets inventive on Ali’s CV and she get a job in the local psychiatric facility. All about that seems strange, even her ridiculous generous wage. She is not trained to work with troubled people but somehow nobody cares. All about this situation is weird. Beside that there is a lot going on in Ali’s family life as well.

The book is a mixed bag for me. I liked the plot, the mysterious things going on in this facility. Although it all was a bit chaotic. But it really was a slow burner and I had some problem with the main character Ali. I am also not sure if I liked the writing style. And the end was too rushed. Nevertheless it was a quick and entertaining read.

I want to thank the publisher and NetGalley for this ARC in exchange for an honest review

Ein Gentleman in Moskau – Amor Towles

36011495  2,5 Sterne

German book – German review

 

Ich gehöre leider zur Minderheit, wenn es um dieses Buch geht. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Towles‘ „Eine Frage der Höflichkeit“ einfach nur wunderbar fand. Leider leider konnte ich mit diesem Buch so gar nichts anfangen. Ich habe mich regelrecht durchgequält.

 

Es ist eine recht behäbige wenn auch wunderschön geschriebene Geschichte eines adligen Russen, der zu Hausarrest in einem Luxushotel verurteilt wird. Dort verbringt er sein halbes Leben. Doch die Welt steht nicht still, sie kommt zu ihm und er wird sogar unverhofft Ziehvater einer Tochter. Russland geht durch seine jüngere Geschichte und der Graf lebt ein beschauliches Leben im Hotel. Amor Towles kann schreiben, keine Frage. Aber hier vermisse ich einfach eine stringente Geschichte. Es werden Episoden aneinandergereiht. Die Figuren entwickeln sich nicht weiter, sie sind so wie sie sind. Sie sind durchweg sympathisch, Graf Alexander ist anbetungswürdig und fast zu gut für diese Welt. Aber ein kleiner Spannungsbogen hätte dieser Geschichte, die ich kaum so nennen mag, da einfach keine wirkliche Entwicklung einer Story passiert, gut getan. Es plätschert auf hohem Niveau dahin und ich muss gestehen, dass ich mich ein wenig gequält habe. Weite Stellen, besonders die um die russischen Funktionäre, habe ich überflogen. Das Buch ist viel zu umfangreich und gefüllt mit Nichtigkeiten. Ja, es ist wunderbar geschrieben und stilistisch von feiner Eleganz, aber das hat mich trotzdem Substanz in der Geschichte vermissen lassen. Ich finde, hier wird großzügig und eloquent übertüncht, dass nur eine kleine triviale Geschichte erzählt wird. Liebe und Freundschaft werden auch in anderen Büchern  behandelt, das ist keine Novität und auch hier nicht ungewöhnlich behandelt. Ich empfand es eher so, das gerade der schöne Schreibstil die Story zu etwas adeln soll, was sie nicht ist.

 

Da die meisten Leser hingerissen sind von dem Buch, wird meine negative Einschätzung dieses Buches nicht sehr ins Gewicht fallen. Ich hätte das Buch gerne gemocht, aber für mich ist es mehr Schein als Sein. Ich habe mich leider gelangweilt  und schwanke zwischen 2 und 2,5 Sternen. Da ich denke, dass es an mir liegt, dass das Buch seinen Zweck nicht erfüllt hat, runde ich auf 3 Sterne auf. Aber persönlich war dieses Buch für mich eine Enttäuschung.

The Devil Crept In – Ania Ahlborn

29430798   1 Star

I struggled with this book almost immediately. I thought about stop reading for the first 20% . Now I wish I had stopped. But somehow I kept reading. Then Rosie appeared and at first I was interested in her story. But that did not last long.

 

I will not go into too many details although I would probably enjoy savaging this book. I just disliked everything about it. The story is absolutely nonsense. The ending is a joke. The writing is horrible. I was absolutely unnerved by Stevie and Jude. Every character acts just randomly. The author’s babblings about running through the woods was just exhausting. I skipped a lot of pages right from the start. She explains and explains and there were just too many words.

 

This was a chaotic book with are weird story, strange characters and it was poorly written. What a waste of precious reading time. I had two other books from Ahlborn on my wishlist, but I already removed them.

The Word Is Murder – Anthony Horowitz

33797957  5 Stars

This was an extremely entertaining read form me. I really liked how Horowitz puts himself into this story and gave us an inside into the world of a famous writer.

A woman goes to an undertaker and takes care of her own funeral. This is not so unusual, but what makes it mysterious is that she is murdered just a few hours later. Did she know that she was going to die?

Anthony Horowitz is a successful writer of books and screenplays. He puts himself inside this story. There are probably other writers who did this before but I never read a story like this. And it was absolutely fun to read! Horowitz shows himself working on some projects when he is approached by an consulting detective which he met before. Hawthorne worked for TV as a consultant and Horowitz met him while working on an TV show. Hawthorne was asked by the police to look into the murder of this lady. He thinks this murder case in interesting enough and he asks Horowitz to write a book about him and this case. Horowitz is not interested at first. He has so much work to do and he is not a true crime writer. But somehow he agreed to write this book. So he has to follow Hawthorne around and is part of his investigation. He feels a bit intimidated by Hawthorne, who is a very good detective and a bit Sherlock-like. He feels always like he is one step behind the enigmatic Hawthorne.

I immensely enjoyed this book. It was less the crime story which is complex and with a satisfying solution. But I loved all that was around it. Horowitz gives us insights of how a writer works and what’s it like. There is a lot of name dropping and gossip about the theatre and film world. There is a scene were Horowitz meets Steven Spielberg and Peter Jackson in a quite bizarre meeting which turns out to be not as he imagined. It was hilarious.

This was my second book from Anthony Horowitz. I only read “Moriarty” and it was just an OK read. But I liked “The Word is Murder” and his writing very much. It was very British, with a fine humor. I already got “Magpie Murders” on my list and I will watch out for Mr. Horowitz in the future.

I received an ARC from NetGalley in exchange for an honest review

Niemand verschwindet einfach so – Catherine Lacey

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Was für ein schwieriges Buch. Aber es hat mich auch an daran erinnert, das Lesen auch bedeutet, in den Kopf und in die Gedankenwelt eines anderen Menschen Einblick zu erhalten. Und das tut man hier zur Genüge.

 

Elyria beschließt für sich, ihren Mann zu verlassen. Aber eigentlich nicht nur ihren Mann, sondern ihr Leben und am liebsten auch sich selber. Auf die wage Einladung eines Menschen, den sie auf einer Party traf, fliegt sie von New York nach Neuseeland. Dort schlägt sie sich irgendwie  zu diesem Ort vor, an dem besagter Mensch lebt. Ihm aber ist sie nach einer Weile zu traurig, denn er kann die Traurigkeit anderer Leute nicht tolerieren. Wahrscheinlich ist sie ihm nur lästig. Ein Besuch, der nicht gehen will, wird irgendwann unangenehm.

 

Das Buch hat wenig Handlung oder gar Narrative. Wir erleben die Dinge durch Elyrias Sicht. Wir sind in ihrem Kopf. Sie will flüchten. Es gibt bei ihr Anzeichen einer Depression oder evtl. sogar einer psychischen Erkrankung, aber das werden wir nie genau herausfinden, denn unsere Sicht ist die durch ihre Augen. Sie will fliehen vor all den Gedanken und Entscheidungen. Vor einigen Jahren verlor sie ihre Adoptivschwester durch Selbstmord  Eigentlich stand sie ihr nicht nahe, sagt Elyria jedenfalls. Aber langfristig hat sie der Tod ihrer Schwester nachhaltig geprägt. Durch diesen Tod hat sie ihren Mann kennengelernt, den sie nur „Ehemann“ nennt. Er war einer der letzten Menschen, die ihre Schwester lebend gesehen haben. So ist ihr gutes Leben in New York dadurch geprägt worden, das ihre Schwester sich umgebracht hat.

 

In Neuseeland lässt sich Elyria treiben. Sie trifft einige merkwürdige Menschen. Während sie per Anhalter reist, halten immer wieder Frauen an, um sie mitzunehmen und sie gleichzeitig vor den Gefahren zu warnen, die dieses Art des Reisens mit sich bringt. Aber Elyria ist es egal. Fast hatte ich das Gefühl, dass sie die Gefahr sucht. Sie schläft in Scheunen und am Strand. Sie ist sich immer bewusst, dass sie als alleinreisende Frau damit ein Risiko eingeht. Aber es ist ihr egal. Sie tut es einfach trotzdem. Sie wirkt losgelöst von der Realität. Alles, was die anderen Menschen, die sie trifft, tun, berührt sie nur am Rande. Sie will vor allem flüchten, aber vor sich selber und ihrer Gedankenwelt kann sie nicht flüchten. Ihre Gedanken drehen und wenden sich, verästeln sich. Ihr Kopf gibt keine Ruhe und lässt sie nicht zur Ruhe kommen.

 

Im ersten Drittel fand ich Elyrias Gedankenwelt amüsant und interessant. Voller anderer Sichtweisen auf die Dinge, so wie ich sie habe. Dann empfand ich es als zunehmend anstrengend, ihren kreisenden Gedanken zu folgen. Auch ihre Starrköpfigkeit war anstrengend. Sie weiß eigentlich, wie sie sich verhalten sollte, was sie tun und sagen sollte. Aber sie handelt komplett anders. Das tut sie im Guten wie im Schlechten. Ihr „inneres Biest“ gibt keine Ruhe. Dieses Biest war für mich ein deutliches Anzeichen, dass Elyria ein psychisches Problem hat. Bezeichnend ist auch, dass sie das Biest erkennt und trotzdem nichts dagegen tun kann oder will. Das Ende ist dann genau wie der Beginn, einfach mittendrin. Es gibt keinen wirklichen Schluss, keine Erlösung. Elyria entlässt uns aus ihrer Gedankenwelt genau so plötzlich, wie sie uns hineingelassen hat.

 

Dies ist auf jeden Fall eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hier gab es keine wirkliche Geschichte, sondern wir wurden in die schwierige Gedankenwelt einer Frau hineinversetzt. Catherine Lacey hat ein ungewöhnliches, unglaublich gut geschriebenes und komplexes Buch geschrieben, das aber mit Sicherheit sich nicht für jeden erschließt. Es hat sich auch in weiten Teilen mir nicht erschlossen, aber seine Andersartigkeit im Denken, seien ungewöhnlichen Gedankengänge werden mir in Erinnerung bleiben.

The Other Girl – Erica Spindler

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This was my first book from Erica Spindler. It was an easy read which I finished in one sitting. I liked the writing style. It is smoothly written and the pages just flew by. But there is nothing really new in this story. I’ve read a lot of thrillers over the last couple of years and I must admit I almost immediately figured out what was going on in this book. There are no twists or unreliable narrators. Which is a bit refreshing after the inflationary use of them in books recently. But it is also predictable and gave me the feeling I read this book before already. It was an easy read for a sunny afternoon sitting in the sun but nothing really new or spectacular.

I received an ARC from NetGalley in exchange for an honest review