Das Mädchen im Eis – Robert Bryndza

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German book – German review

Der erste Band der Reihe um DCI Erika Foster ist ein solider Whodunit. Er führt seine Hauptfigur Erika ein. Nach einem sehr unglücklich verlaufenen Einsatz, bei dem auch ihr Mann ums Leben kam, fühlt sich Erika endlich wieder in der Lage, zu Arbeiten. Sie wird in London um Hilfe gebeten. Sie soll den Mord an einer jungen Frau aufklären. Ihr Vater ist ein geadelter Unternehmer und die Tat hat großes Aufsehen erregt.

 

Der Mordfall ist vertrackt genug und wir sind immer nah bei Erika und ihrer Arbeit als Polizistin. Erika reiht sich ein in die Riege der privat gebeutelten Ermittler. Der Tod ihres Mannes hat sie schwer getroffen, sie fühlt sich auch schuldig an seinem Tod und macht sich Vorwürfe, da sie den Einsatz geplant hat. Ihr Chef ist ihr zwar wohlgesonnen, aber schon gleich am ersten Arbeitstag hat sie sich nicht im Griff und so ist sie den Fall schon bald wieder los. Aber natürlich hat sie den richtigen Riecher und ermittelt mit Hilfe ihrer Kollegen auch nach ihrer Suspendierung weiter.

 

Die Figur der Erika hat mir einige Schwierigkeiten bereitet. Von Anfang an eckt sie an und auf mich wirkte sie in keiner Weise arbeitsfähig. Sie tut immer das, was sie nicht soll, sie ist unbeherrscht und impulsiv. Außerdem scheint sie mir ein großes Problem mit Arbeitsanweisungen zu haben. Befehlen liegt ihr eindeutig mehr als welche zu befolgen. Auch gut gemeinten Ratschlägen gegenüber ist sie immun. Ihre eigene Gesundheit interessiert sie sowieso nicht. Ich muss gestehen, dass ich sie extrem unsympathisch fand und ich fast hoffte, dass ihr gehässiger Kollege Recht behalten würde. Aber natürlich passiert das nicht.

 

„Das Mädchen im Eis“ ist ein solider Krimi. Die Spannung ist nicht übermässig, aber die kurzen Kapitel haben mich dazu verführt, immer noch ein Kapitel mehr zu lesen. Das Buch liest sich locker weg. Am Schluss überschlagen sich die Dinge dann ein wenig und es kommt zu einem sehr rasch abgehandelten Ende. Wer der Täter war, konnte man im letzten Drittel schon erahnen.

 

Wer gerne Krimis über Ermittler und Polizeiarbeit liest, wird hier gut bedient. Die Serie um Erika Foster ist in England ja sehr beliebt. Ich persönlich bin kein Freund von Serienermittlern. Ich lese lieber Stand-Alones. Zudem war mir Erika nicht sehr sympathisch. Aber das ist mein persönlicher Geschmack, denn im Grunde ist an diesem Buch nichts verkehrt.

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What You Don’t Know – JoAnn Chaney

What You Don't KnowWhat You Don’t Know by JoAnn Chaney
My rating: 4 of 5 stars

3,5 stars

„What you don’t know“ starts at a point where other books are ending. The killer is arrested and is in prison for 7 years now. We learn in flashbacks how this happened.

This book tells its crime story from a new perspective. It’s a character study of the people Seever left behind.

Jacky Seever killed 31 people and buried them in his crawl space. He seemed to be a nice and normal guy but he was capable of unbelievable cruelness.

The two detectives who caught Seever and questioned him afterwards are still haunted by Seever. Hoskins has some anger issues and almost lost his job. His former partner Loren has his own way to deal with emotional distress in a very creepy way. He really is the weirdest character. The author does a very good job in showing the mental strain of the men who have to deal with horrible things every day. What happens to you when you meet a monster like Seever and be in a room with him for days and listen to his confession? How do you live on when the hunt is over and the memories won’t fade?

Then there is Gloria, Seever’s wife. She claims that she knew nothing about her husband’s doing. She still visits him every week in prison. Is it really possible to life in a house where your husband tortured and killed people and even buried them and you hear and see nothing? Gloria just wants and always wanted to live her quiet and comfortable life.

What do you do as a reporter when the best story you ever had is now old news. Sammie was the main reporter in Seever’s case. She even wrote a book about it. But everything is told now and new things happen. Somehow her career is bound to Seever. When a copycat killer shows up and begins to murder people who were connected to Seever she sees her chance to get successful again. And she is literally willing to do everything to get a good story.

The characters are all very unlikable and flawed. They are all victims of Seever’s. When the new murders happen the hunt for a killer starts again. Hoskins got his job back and works again with his partner Loren. Sammie also gets a call from her former boss and begins to write again. All their lives revolve around Seever again.

This character driven story is very unique. It has a lot of interesting characters, even if none of them is likable. The copycat killer was a surprise for me, I had some ideas but there were a lot of red herrings. But it was a bit slow going. I really liked the unusual approach and the character studies. Seever is a very impressive killer, whose greasy presence lingers throughout the whole book. It was a solid read, unusual, but also very dark, depressing and vulgar.

I received an ARC from NetGalley in exchange for an honest review

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Mary Kubica – The Good Girl

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„I’ve been following her for the past few days. I know where she buys her groceries, where she has her dry cleaning done, where she works. I don’t know the colour of her eyes or what they look like when they’re scared. But I will.“ Mia Dennett can’t resist a one-night stand with the enigmatic stranger she meets in a bar. But going home with him might turn out to be the worst mistake of Mia’s life…

Der Klappentext klingt knackig. Aber insgesamt lässt mich dieser Thriller enttäuscht zurück.

Die Geschichte wird bis kurz vor dem Ende von 3 Personen erzählt. 2 davon erzählen dazu noch auf 2 Zeitebenen, davor und danach. Diese Personen sind Eve, Mias Mutter, Gabe, der ermittelnde Polizist, und Colin, der Entführer. Davor, das ist vor bzw. während der Entführung, und danach ist nun eben nach Mias Rückkehr. Das Mia wieder auftaucht, erfährt man schon recht schnell, deswegen ist das kein Spoiler.

Alle 3 Erzählstimmen sind sich ähnlich. Alle sind distanziert und lassen wenig wirkliche Einblicke in die Personen zu. Mias Eltern sind schon fast Karikaturen. Der snobistische Vater, ein erfolgreicher und bekannter Richter , alter amerikanischer Geldadel, der sich eine Frau aus England zulegte, hübsch aber einfältig und vor allem duckmäuserisch. Sie wagt es sogar nur heimlich Tee zu trinken, da er ihrem Mann als nicht amerikanisch genug erscheint. Sie hadert mit ihrem vermeintlichen Versagen als Mutter, wobei sie in meinen Augen nur darin versagt, sich gegen ihren Mann zu behaupten. Der wiederum verweigert zuerst den Glauben daran, das Mia wirklich entführt wurde und nicht nur irgendwo versackt ist. Auch später nimmt er nur mäßig daran anteil, das sie nicht wieder auftaucht.

Mia hat nach ihrer Rückkehr einen Erinnerungsverlust an die Zeit ihrer Entführung. Sie ist total verändert, apathisch und behauptet, ihr Name sei Chloe und nicht Mia.

Und Colin, der Entführer, ist nicht im mindestens so gefährlich, wie es der Klappentext andeutet.

Diese viele Hin und Her zwischen den Erzählern und dem Vorher und Nachher sind etwas gewöhnungsbedürftig. Mich hat aber vor allem der distanzierte Erzählstil gestört und die fehlende Spannung. Colin nimmt Mia mit auf eine verlassene Hütte und irgendwie bleiben die beiden da einfach nur ohne jeden Plan, in eisiger Kälte, tun nichts außer rumsitzen und aus dem Fenster schauen. Am interessantesten ist noch Gabes Erzählstrang, da es da wenigsten um die Ermittlungen geht. Er ist schon bald sehr engagiert in dem Fall, was aber eher an seinem Interesse an Mias Mutter Eve liegt. Über ihn persönlich erfahren wir aber nichts.

Zum Schluss gibts dann noch ein oder zwei kleinere Twists, die mich aber nicht wirklich überraschen konnten. Beides hatte ich mir schon gedacht.

Insgesamt war es ein mittelmäßiges Buch für mich, unspannend und etwas langweilig geschrieben, mit einer schon recht ungewöhnlichen Geschichte und Umsetzung, aber irgendwie hat es mich nicht gepackt.

3 Sterne

Robert Galbraight – The Silkworm

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When novelist Owen Quine goes missing, his wife calls in private detective Cormoran Strike. At first, she just thinks he has gone off by himself for a few days – as he has done before – and she wants Strike to find him and bring him home. But as Strike investigates, it becomes clear that there is more to Quine’s disappearance than his wife realises. The novelist has just completed a manuscript featuring poisonous pen-portraits of almost everyone he knows. If the novel were published it would ruin lives – so there are a lot of people who might want to silence him. And when Quine is found brutally murdered in bizarre circumstances, it becomes a race against time to understand the motivation of a ruthless killer, a killer unlike any he has encountered before …A compulsively readable crime novel with twists at every turn, The Silkworm is the second in the highly acclaimed series featuring Cormoran Strike and his determined young assistant Robin Ellacott.

Joa, das war wieder nett. Dieses Buch las sich genau so wie der erste Band. D.h. es gab wunderbar ausgearbeitete Protagonisten und Nebenfiguren, schöner Schreibstil, ein wenig Humor, und ein interessanter Plot mit unerwartetem Ende.

So schön das Buch dahinfloss und sich weglesen ließ, fehlte es mir doch auch ein ganz kleines bißchen an wirklicher Spannung. Was mir aber diesmal etwas negativ aufgestoßen ist, ist etwas anderes. Rowling macht hier etwas, was ich schon bei einigen anderen Büchern bekrittelt habe und immer noch nicht leiden kann: auf der einen Seite beschreibt sie jeden Keks, den Cormoran ißt, andererseits werden wir als Leser, vor allem gegen Ende, von den wirklich wichtigen Gedankengängen aussen vor gehalten. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn ein Autor einerseits übergenau ist bei seinen Erklärungen, andererseits sich aber bedeckt hält, damit er das Rätselraten aufrecht erhalten kann. Das hat mich etwas gestört an diesem Buch.

Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt. Mir haben beide Bände ähnlich gut gefallen, einfach weil sie so ähnlich zu lesen sind. Vielleicht fand ich das erste einen Ticken besser, aber das mag daran liegen, das es für mich so ein unerwarteter Überraschungstreffer war. Beim „Seidenspinner“ wußte ich ja, was mich ungefähr erwartet.

4 Sterne

Mark Billingham – Time Of Death

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The astonishing thirteenth Tom Thorne novel is a story of kidnapping, the tabloid press, and a frightening case of mistaken identity.Tom Thorne is on holiday with his girlfriend DS Helen Weeks, when two girls are abducted in Helen’s home town. When a body is discovered and a man is arrested, Helen recognizes the suspect’s wife as an old school-friend and returns home for the first time in twenty-five years to lend her support. As his partner faces up to a past she has tried desperately to forget and a media storm engulfs the town, Thorne becomes convinced that, despite overwhelming evidence of his guilt, the police have got the wrong man. There is still an extremely clever and killer on the loose and a missing girl who Thorne believes might still be alive

Dies ist bereits der dreizehnte Band der Krimireihe um Tom Thorne. Für mich war es aber das erste. Ich kannte Mark Billingham von „Rush of Blood“ das mich schwer begeistert hatte. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, als ich von Netgalley dieses Buch zur Vefügung gestellt bekam.

Man kann das Buch auch lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt. Sicher, man weiß nichts über Thorne oder Helen, seine Freundin; auch wird ein paar mal auf einen anderen Fall angespielt, aber das lässt sich recht gut beiseite schieben.

Thorne und seine Freundin Helen, ebenfalls Polizistin, machen Urlaub auf dem Lande. Da sieht plötzlich Helen im Fernsehen, das eine alte Freundin von ihr in ein Verbrechen verwickelt ist. In ihrer Heimatstadt, die Helen schon vor vielen Jahren verließ und nie mehr zurückkehrte, sind zwei Mädchen verschwunden und Lindas, Helens Freundin, Ehemann steht unter Verdacht. Helen beschließt, ihren Urlaub abzubrechen und ihrer alten Schulfreundin zur Seite zu stehen. Was verwunderlich ist, denn Helen hatte seid damals keinen Kontakt mehr zu Linda. Thorne begleitet Helen, wundert sich aber schon bald, wie verändert Helen ist, seitdem sie den kleinen Ort betreten hat. Da er selber Langeweile hat, macht er sich ein wenig selber auf die Suche nach dem Täter. Und stößt natürlich schon bald  auf Dinge, die der örtlichen Polizei entgangen sind.

Leider hat mich das  Buch nicht wirklich überzeugen können. Es ist gut geschrieben, die Personen sind gut ausgearbeitet und das dörfliche Umfeld wird gut eingefangen. Aber für meinen Geschmack fehlt es definitiv an Spannung. Es dauert ewig, bis sie in dem Ort angekommen sind, dann sitzt Helen ebenso ewig bei Linda während Thorne sich ein Bild von dem Ort und seinen Menschen macht. Da kommt die Krimihandlung einfach über weite Strecken zu kurz. Irgendwie ist der Funke nicht bei mir übergesprungen. Ich werde es wohl dabei belassen mit der Krimireihe, aber den Autor auf jedenfall im Auge behalten. „Rush of Blood“ (deutsch: „Die Lügen der Anderen“) war einfach zu gut.

3 Sterne

C. L. Taylor – The Lie

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I know your name’s not really Jane Hughes…

Jane Hughes has a loving partner, a job in an animal sanctuary and a tiny cottage in rural Wales. She’s happier than she’s ever been but her life is a lie. Jane Hughes does not really exist.

Five years earlier Jane and her then best friends went on holiday but what should have been the trip of a lifetime rapidly descended into a nightmare that claimed the lives of two of the women.

Jane has tried to put her past behind her but someone knows the truth about what happened. Someone who won’t stop until they’ve destroyed Jane and everything she loves…

„The Lie“ ist ein düsterer Psychothriller, der die Untiefen weiblicher Freundschaften beleuchtet.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Zuerst lernen wir Jane kennen, die in einem Tierheim arbeitet und dort die Hunde betreut. Fünf Jahre zuvor hieß Jane noch Emma und führte ein unbeschwertes Singleleben mit ihren Freundinnen Daisy, Leanne und Al in London. Als Al vor den Trümmern einer Liebesbeziehung steht, beschließen die anderen drei, das sie Al ablenken müssen und das am besten irgendwo, wo es kein Internet und keine Telefonverbindung gibt. Leanne schlägt ein Retreat in Nepal vor. Was der Urlaub ihres Lebens werden soll, entwickelt sich schon bald zu einem Alptraum. Während Leanne und Daisy völlig aufgehen in der Hippiekommune, stehen Al und Emma dem ganzen skeptisch gegenüber, können sich dem psychologischen Druck aber nicht ganz entziehen. Als auch noch der Monsoonregen einsetzt und eine Abreise unmöglich macht, wird die Freundschaft der vier Frauen auf eine harte Probe gestellt.

Die beiden Zeitebenen laufen parallel neben einander her. Jane/Emma in der heutigen Zeit muss sich damit auseinandersetzen, das sie dem neuen Mann in ihrem Leben nicht die Wahrheit über sich gesagt hat. Zudem wird sie offensichtlich bedroht. Jemand weiß, das sie nicht Jane ist sondern Emma. Und dieser Jemand ist ernsthaft hinter ihr her.

Beide Erzählebenen sind gleich Interessant und fesselnd. Die Geschichte um Jane und ihr neues Leben, die Bedrohung und wie sie sich langsam wieder anderen Menschen gegenüber öffnen kann und ihnen wieder zu vertrauen lernt, ist gut beschrieben. Sie bezieht ihre Spannung daraus, wer Jane bedroht und warum. Die Story in Nepal ist fast noch spannender. Die vier Freundinnen bekommen recht schnell ein Profil, die Stellungen jeder in dieser Gruppe wird kurz umrissen. Sie spielen später noch eine große Rolle. Nachdem sie nach einem langen Marsch endlich in dem Retreat angekommen sind, entpuppt es sich nicht als angenehmes Spa sondern als echte Hippikommune mit eigener Lebensauffassung. Besonder der charismatische Anführer Isaak bringt das Gefühlsleben nicht nur von Emma durcheinander.

„The Lie“ ist ein komplexer Roman um das schwierige Thema Freundschaft, besonders zwischen Frauen. Zudem stellt er öfter die Frage, ob man sich von der Vergangenheit seine Zukunft bestimmen lassen sollte. Nebenbei ist er in der gegenwärtigen Erzähleben auch ein spannender Krimi. Viel mehr sollte ich über den Inhalt nicht verraten, da die Geschichte einige Wendungen enthält, obwohl man schon sehr schnell erfährt, wer außer Emma der Kommune entkommen konnte und was aus dem Retreat letztendlich wurde.

Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es natürlich auch. In der Kommune gibt es einige interessante Charaktere, die aber leider weniger beleuchtet werden, da das Hauptaugenmerk auf den vier Freundinnen und der Dramatik in ihrer Beziehungen untereinander liegt. Das ist ein wenig schade, über den ein oder anderen hätte ich gerne mehr erfahren. Mir kam auch die psychologische Hirnwäsche, die dort stattfindet, irgendwie zu schnell voran. Das genaue Anliegen der Kommune ist mir nicht ganz verständlich geworden. Ich habe mich beim Lesen auch gefragt, ob ich das Buch auf Deutsch genau so gut und spannend gefunden hätte. Die Sprache kam mir nämlich recht einfach vor, ich denke auch, das mir Janes Berichte über ihre Arbeit im Tierheim weniger gefallen hätte, wenn ich sie auf Deutsch gelesen hätte. Im Englischen bin ich da weniger kritisch, weil ich es da einfach nicht sein kann. Mein Englisch ist gut, aber ich bin kein Muttersprachler und empfinde es einfach anders als das Deutsche.

Insgesamt bin ich aber sehr gut unterhalten worden und habe das Buch fast in einem Rutsch an einem regnerischen Sonntag gelesen. Ein wenig hat es mich an „The Beach“ erinnert, das ich vor vielen Jahren gelesen habe. Aber „The Lie“ ist noch düsterer.

Vielen Dank auch an http://www.Netgalley.com für das kostenlose Kindle-Leseexemplar.

4,5 Sterne

Jennifer Jaynes – Ugly Young Thing

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Sixteen-year-old Allie has already experienced a lifetime of horror, having lost her mother and serial killer brother to mental illness.

Returning to her childhood home in Louisiana, Allie ends up in foster care and is placed with Miss Bitty, an eccentric but kindly older woman who shows her a new direction and brighter future.

But Allie’s new life takes a devastating turn when young women in the area start turning up dead, and she discovers someone lurking outside her bedroom. As Miss Bitty grows inexplicably distant, Allie begins to wonder if death has found her yet again…or if it never really left her at all.

Vielen Dank an Netgalley für das kostenlose Kindle-ebook.

Die 16-jährige Alllie kommt geradewegs aus einer Familie aus der Hölle. Der Vater hat sich schon früh davon gemacht, die Mutter arbeitet als Prostituierte, missbraucht ihren Sohn und richtet mit ihrer gehässigen Art großen Schaden in Allies Seele an. Aber als wäre das noch nicht genug, ist sie auch eine Mörderin. Ebenso wie ihr Sohn, der zuerst sie und dann noch zwei weitere junge Frauen umbringt, bevor er sich vor Allies Augen in den Kopf schießt. Allie verschwindet nach diesen traumatischen Erlebnissen. Und es bleibt ihr nichts anders übrig, als sich selber an Männer zu verkaufen, damit sie überleben kann. So zieht sie durch die Lande, meist mit Fernfahrern, Dabei lernt sie jemanden kennen, den sie mögen könnte. Als er sie aber auch verlässt, geht Allie, die trotz aller grauenvoller Erlebnisse noch nicht ganz am Ende ist, zurück in ihre Heimatstadt. Aber dort wartet nichts auf sie. Ihr Elternhaus ist als Mörderhaus bekannt, mit Graffitis überzogen und alle Fenster eingeschlagen. Dort wird sie vn der Polizei aufgegriffen und zu Miss Bitty gebracht. Sie ist ab nun ihre Pflegemutter.

Allie hat von ihrer Mutter nur Ablehnung erfahren, empfindet sich selbst als häßlich, monströs, nicht liebenswert. So sehr sie sich auch nach Zuwendung, Freundschaft und Schutz sehnt, so sehr hat sie doch von ihrer Mutter eingepflanzt bekommen, das sie nichts wert ist und niemandem trauen kann. So dauert es einige Zeit, bis sie sich langsam Miss Bitty Zuwendung und Fürsorge öffnen kann. Doch dann wird eine junge Frau in der Nachbarschaft ermordet. Und Allie sieht und hört Dinge. Sie weiß nicht, ob sie ebenfalls verrückt wird wie ihre Mutter und ihr Bruder oder ob sie wirklich von einem Mann beobachtet wird. Und auch Miss Bitty hat ein dunkles Geheimnis.

Zwischendurch gibt es immer mal Kapitel, die aus der Sicht des Täters geschrieben sind. Man erfährt von seinem Jucken, das ihn verrückt macht und das nur durch die Jagd auf Frauen befriedigt werden kann. Er hofft, das Stalken ihm reicht, er versucht es, aber das Jucken unter seiner Haut wird immer schlimmer.

„Ugly Young Thing“ ist leicht und flüssig geschrieben und die Seiten fliegen nur so dahin. Es ist zugleich aber auch ein düsteres Buch voller kaputte Charaktere. Man fragt sich, wie Allie diese Horrorfamilie so einigermaßen normal überleben konnte. Die Entwicklung, die Allie durchmacht, ist durchaus nachvollziehbar. Auch die Kapitel aus der Sicht des Mörders sind spannend. Man fragt sie, ob er es beim Stalken belassen kann oder ob er töten wird. Und man fürchtet um Allie und weiß nicht genau, wird sie beobatet oder nicht und wenn ja, von wem. Die Autorin spielt geschickt mit der Frage, wer er der Täter ist. Das Ende bietet dann nochmal einen kleinen Twist und bleibt offen für eine Fortsetzung.

5 Sterne