Sylvain Neuvel – Giants – Zorn der Götter

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German book – German review

 

Dies ist der zweite Band der Giants-Reihe von Sylvain Neuvel. Es ist unverzichtbar, vorher das erste Buch zu lesen. Ansonsten verstehe man nicht, worum es geht.

 

Es geht auch gleich umstandslos weiter in der Geschichte. Der Stil bleibt der gleiche. Erzählt wird in Form von Transkripten. Meistens telefonieren die Figuren nur untereinander und müssen deswegen immer genau beschreiben, was sie tun bzw. sehen. Das ist manchmal etwas anstrengend und unnatürlich. Die Kapitel heißen wieder Files und sind nicht fortlaufend nummeriert. Es werden immer mal Nummern ausgelassen. Das suggeriert, dass es noch mehr Berichte gibt. Die Handlung wird zügig vorangetrieben. Plötzlich taucht ein weiterer Roboter mitten in London auf. Zuerst steht er nur ruhig da und keiner weiß so recht, mit der Situation umzugehen. Soll man ihn angreifen? Aber wenn ja, womit? Als er endlich reagiert, wird halb London ausgelöscht. Und dann tauchen weitere Roboter auf. Überall auf der Welt stehen plötzlich in den bevölkerungsreichsten Städten  gigantische Roboter. Da die Außerirdischen keinen Kontakt aufnehmen, steht das Team und Dr. Rose Franklin vor einem Rätsel.

 

Das Buch ist trotz seines Aufbaus sehr actionlastig und spannend. Die Handlung wird zügig vorangetrieben und es gibt einige Entwicklungen und Überraschungen. Das Ende könnte ein Abschluss sein, aber der Autor hat sich ein kleines Hintertürchen offen gelassen. Ich dachte eigentlich auch, es würde sich um eine Trilogie handeln. Von dem ersten Buch war ich schwer begeistert und habe mich sehr auf den Folgeband gefreut. Er hat  mich handlungstechnisch auch überzeugt. Etwas anstrengend fand ich nach einer Weile den Stil, wie ich schon oben erwähnte. Dadurch, dass es keine wirkliche Narrative gibt, wird alles nur in wörtlicher Rede oder in Form von Briefen oder Tagebüchern erzählt. Situationen müssen von den Figuren beschrieben werden, das ist vor allem während der Dialoge oft sehr merkwürdig. Dafür gibt es immer mal einen feinen Humor und manche Gespräche sind sehr unterhaltsam. Zum Schluss wird mir auch manches ein wenig zu oft nochmal durchgekaut und eine recht spät auftauchende neue Figur hat mich ein wenig genervt. Aber mir hat gefallen, wie die Geschichte weiterentwickelt wurde. Ich las kürzlich ein anderes Buch, einen mittleren Teil einer Trilogie, der nicht so effektiv an der Storyentwicklung arbeitete. Es war mehr so ein typischen mittleres Buch, das einen spannenden Anfang mit dem Ende verbinden soll. Das ist hier zum Glück nicht der Fall. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es ein oder mehrere Bücher zu dem Thema geben wird.

 

Vielen Dank an Randomhouse und Heyne Verlag, dir mir ein Leseexemplar zu Verfügung gestellt haben

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Andy Weir – The Martian

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Klappentext

I’m stranded on Mars.

I have no way to communicate with Earth.

I’m in a Habitat designed to last 31 days.

If the Oxygenator breaks down, I’ll suffocate. If the Water Reclaimer breaks down, I’ll die of thirst. If the Hab breaches, I’ll just kind of explode. If none of those things happen, I’ll eventually run out of food and starve to death.

So yeah. I’m screwed.

 

 

Wow, was für ein Buch. Ich finde Idee und Umsetzung einfach genial. Es ist durchweg spannend, manchmal etwas sehr erklärend, aber es gibt ja auch Leute, die Ahnung von der Materie haben und für die soll es ja auch nachvollziehbar sein.

Mark wird durch widrige Umstände von seiner Crew auf dem Mars zurückgelassen. Sie denken, er ist tot. Aber er überlebt. Und von nun an dreht sich alles für ihn darum, wie er weiter überleben kann bis die nächste Marsmission landen wird. Was er nicht weiss: schon recht schnell findet eine aufmerksame Mitarbeiterin der NASA auf der Erde heraus, das er lebt. Und auch er ist ein echter McGyver und kann alles und jedes richten und einen Ausweg finden. Zudem ist er Biologe, und es gelingt ihm, eine kleine Kartoffelzucht auf dem Mars aufzubauen aus den wenigen Kartoffeln, die der Besatzung für ihr Thanksgiving-Essen mitgegeben wurden.

Das alles macht Spaß  zu lesen. Es gibt immer Rückschläge, die Mark auffangen und alles neu erfinden muss. Ich war immer voll dabei und voller Vertauen in Marks Erfindungsreichtum.

Ich empfand gerade die leicht flapsige Art, mit der Mark die Dinge und Widrigkeiten beschreibt, sehr passend. So kommt wenig Pathos auf. Mark wächst einem ans Herz, und all die Versuche, die er unternimmt und die die Menschen auf der Erde (und im All) auf sich nehmen, um ihn zu retten, lassen einen einfach mitfiebern. Ich bin schwer begeistert von diesem Buch, ich lese wenig SciFi, ich weiß nicht, ob es ähnliche Bücher gibt, aber für alle, die einfach gute und spannende Unterhaltung suchen, ist das hier genau das richtige Buch. Man kann in einem anderen, fremden Umfeld einfach mal eine gute Geschichte lesen. Von mir volle Punktzahl. Ich freue mich schon auf eine Verfilmung (die ja wohl mit Ridley Scott und Matt Damon in Planung ist)!
5 Sterne