Ein Gentleman in Moskau – Amor Towles

36011495  2,5 Sterne

German book – German review

 

Ich gehöre leider zur Minderheit, wenn es um dieses Buch geht. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Towles‘ „Eine Frage der Höflichkeit“ einfach nur wunderbar fand. Leider leider konnte ich mit diesem Buch so gar nichts anfangen. Ich habe mich regelrecht durchgequält.

 

Es ist eine recht behäbige wenn auch wunderschön geschriebene Geschichte eines adligen Russen, der zu Hausarrest in einem Luxushotel verurteilt wird. Dort verbringt er sein halbes Leben. Doch die Welt steht nicht still, sie kommt zu ihm und er wird sogar unverhofft Ziehvater einer Tochter. Russland geht durch seine jüngere Geschichte und der Graf lebt ein beschauliches Leben im Hotel. Amor Towles kann schreiben, keine Frage. Aber hier vermisse ich einfach eine stringente Geschichte. Es werden Episoden aneinandergereiht. Die Figuren entwickeln sich nicht weiter, sie sind so wie sie sind. Sie sind durchweg sympathisch, Graf Alexander ist anbetungswürdig und fast zu gut für diese Welt. Aber ein kleiner Spannungsbogen hätte dieser Geschichte, die ich kaum so nennen mag, da einfach keine wirkliche Entwicklung einer Story passiert, gut getan. Es plätschert auf hohem Niveau dahin und ich muss gestehen, dass ich mich ein wenig gequält habe. Weite Stellen, besonders die um die russischen Funktionäre, habe ich überflogen. Das Buch ist viel zu umfangreich und gefüllt mit Nichtigkeiten. Ja, es ist wunderbar geschrieben und stilistisch von feiner Eleganz, aber das hat mich trotzdem Substanz in der Geschichte vermissen lassen. Ich finde, hier wird großzügig und eloquent übertüncht, dass nur eine kleine triviale Geschichte erzählt wird. Liebe und Freundschaft werden auch in anderen Büchern  behandelt, das ist keine Novität und auch hier nicht ungewöhnlich behandelt. Ich empfand es eher so, das gerade der schöne Schreibstil die Story zu etwas adeln soll, was sie nicht ist.

 

Da die meisten Leser hingerissen sind von dem Buch, wird meine negative Einschätzung dieses Buches nicht sehr ins Gewicht fallen. Ich hätte das Buch gerne gemocht, aber für mich ist es mehr Schein als Sein. Ich habe mich leider gelangweilt  und schwanke zwischen 2 und 2,5 Sternen. Da ich denke, dass es an mir liegt, dass das Buch seinen Zweck nicht erfüllt hat, runde ich auf 3 Sterne auf. Aber persönlich war dieses Buch für mich eine Enttäuschung.

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Niemand verschwindet einfach so – Catherine Lacey

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Was für ein schwieriges Buch. Aber es hat mich auch an daran erinnert, das Lesen auch bedeutet, in den Kopf und in die Gedankenwelt eines anderen Menschen Einblick zu erhalten. Und das tut man hier zur Genüge.

 

Elyria beschließt für sich, ihren Mann zu verlassen. Aber eigentlich nicht nur ihren Mann, sondern ihr Leben und am liebsten auch sich selber. Auf die wage Einladung eines Menschen, den sie auf einer Party traf, fliegt sie von New York nach Neuseeland. Dort schlägt sie sich irgendwie  zu diesem Ort vor, an dem besagter Mensch lebt. Ihm aber ist sie nach einer Weile zu traurig, denn er kann die Traurigkeit anderer Leute nicht tolerieren. Wahrscheinlich ist sie ihm nur lästig. Ein Besuch, der nicht gehen will, wird irgendwann unangenehm.

 

Das Buch hat wenig Handlung oder gar Narrative. Wir erleben die Dinge durch Elyrias Sicht. Wir sind in ihrem Kopf. Sie will flüchten. Es gibt bei ihr Anzeichen einer Depression oder evtl. sogar einer psychischen Erkrankung, aber das werden wir nie genau herausfinden, denn unsere Sicht ist die durch ihre Augen. Sie will fliehen vor all den Gedanken und Entscheidungen. Vor einigen Jahren verlor sie ihre Adoptivschwester durch Selbstmord  Eigentlich stand sie ihr nicht nahe, sagt Elyria jedenfalls. Aber langfristig hat sie der Tod ihrer Schwester nachhaltig geprägt. Durch diesen Tod hat sie ihren Mann kennengelernt, den sie nur „Ehemann“ nennt. Er war einer der letzten Menschen, die ihre Schwester lebend gesehen haben. So ist ihr gutes Leben in New York dadurch geprägt worden, das ihre Schwester sich umgebracht hat.

 

In Neuseeland lässt sich Elyria treiben. Sie trifft einige merkwürdige Menschen. Während sie per Anhalter reist, halten immer wieder Frauen an, um sie mitzunehmen und sie gleichzeitig vor den Gefahren zu warnen, die dieses Art des Reisens mit sich bringt. Aber Elyria ist es egal. Fast hatte ich das Gefühl, dass sie die Gefahr sucht. Sie schläft in Scheunen und am Strand. Sie ist sich immer bewusst, dass sie als alleinreisende Frau damit ein Risiko eingeht. Aber es ist ihr egal. Sie tut es einfach trotzdem. Sie wirkt losgelöst von der Realität. Alles, was die anderen Menschen, die sie trifft, tun, berührt sie nur am Rande. Sie will vor allem flüchten, aber vor sich selber und ihrer Gedankenwelt kann sie nicht flüchten. Ihre Gedanken drehen und wenden sich, verästeln sich. Ihr Kopf gibt keine Ruhe und lässt sie nicht zur Ruhe kommen.

 

Im ersten Drittel fand ich Elyrias Gedankenwelt amüsant und interessant. Voller anderer Sichtweisen auf die Dinge, so wie ich sie habe. Dann empfand ich es als zunehmend anstrengend, ihren kreisenden Gedanken zu folgen. Auch ihre Starrköpfigkeit war anstrengend. Sie weiß eigentlich, wie sie sich verhalten sollte, was sie tun und sagen sollte. Aber sie handelt komplett anders. Das tut sie im Guten wie im Schlechten. Ihr „inneres Biest“ gibt keine Ruhe. Dieses Biest war für mich ein deutliches Anzeichen, dass Elyria ein psychisches Problem hat. Bezeichnend ist auch, dass sie das Biest erkennt und trotzdem nichts dagegen tun kann oder will. Das Ende ist dann genau wie der Beginn, einfach mittendrin. Es gibt keinen wirklichen Schluss, keine Erlösung. Elyria entlässt uns aus ihrer Gedankenwelt genau so plötzlich, wie sie uns hineingelassen hat.

 

Dies ist auf jeden Fall eines der ungewöhnlichsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Hier gab es keine wirkliche Geschichte, sondern wir wurden in die schwierige Gedankenwelt einer Frau hineinversetzt. Catherine Lacey hat ein ungewöhnliches, unglaublich gut geschriebenes und komplexes Buch geschrieben, das aber mit Sicherheit sich nicht für jeden erschließt. Es hat sich auch in weiten Teilen mir nicht erschlossen, aber seine Andersartigkeit im Denken, seien ungewöhnlichen Gedankengänge werden mir in Erinnerung bleiben.

The People At Number 9 – Felicity Everett

The People at Number 9The People at Number 9 by Felicity Everett
My rating: 4 of 5 stars

The blurb suggests something else, something…more. I read a similar book a couple of month ago, “Swimming Pool” which took a much darker road. This is a book about a middleclass couple which gets tangled in the glamourous and chaotic bohemian lifestyle of their new neighbors. This story is more character driven. There are no twists and turns, just domestic drama.

The book is about an unlikely friendship between two couples. Sara is charmed by Lou and even more by her flirtatious husband Gavin. Lou is chaotic and full of creative energy. Sara gets encouraged by her to fulfill her dream to become a writer. Sara is not a very likable character. She is an unsatisfied middle class woman with first world problems. She is self-centered and at the same time very insecure. She is nobody I would like to feel connected to (or admit it) because she felt so damn realistic.

There is not much happening in the story. It is about how this friendship developed. We see everything from Sara’s POV. She makes her life more and more about Lou and Gavin. She looks after their kids. She agreed to Lou’s idea to homeschool their children even most of the work is left for Sara to be done because Lou is too busy with her artistic life. Slowly Sara begins to see how one-sided this friendship is and how much she already sacrificed. But she hesitates to make a change. Too flattering is this friendship for her.

I found this book very enthralling. It has a good flow and I was interested all the time what was going to happen. Maybe I expected a little bit more. There is no crime, it is a dark family drama which Sara triggers because she is full of envy and never really appreciated her perfectly normal life until it is too late.

I received an ARC from NetGalley in exchange for an honest review

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Elizabeth Kostova – The Shadow Land

The Shadow LandThe Shadow Land by Elizabeth Kostova
My rating: 2 of 5 stars

I loved „The Historican“ and I liked „The Swan Thieves“. So I was very excited when I saw Kostova’s new book. But I really struggled with this one.

The story idea is unique but also a bit unbelievable. Alexandra has just arrived in Sofia to teach Englisch there. Her cab driver misunderstood her and left her at the wrong hotel. She is still groggy from her long flight but when she sees some people in need of help to get into their cab she immediately helps them, happy to meet their first Bulgarians. After they are gone she takes a cab herself to go to her hotel. There she realized she kept one of the bags from this nice Bulgarian people. Inside is an urn. For some reasons she is determined to return this important thing by herself. Fortunately her cab driver is very keen to help her and drive her around half of Bulgaria to return the urn. Their journey brings them not only to modern Bulgaria but also to its dark history. Alexandra learns a lot about its history and even more about the person which ashes are inside the urn.

When I started this book I was pleased by its unique story. I liked Alexandra’s back story and the reason she came to Bulgaria. I also liked the way the author described the beauty of this country and made me almost wanting to visit it. But somehow nothing really happened. After 40% into this book nothing really had happened. They drove around. The description of the landscapes and what Alexandra saw while they drove became boring and long-winded. I began to skip most of the pages. There was just too fussy. There was very less storytelling and all of this lead to nowhere. I got bored and wanted to end the book. I even skipped the flashbacks from the labor camp. I suppose they were emotional and important but I only wanted to finish this book. At the end everything is solved in a rush.

The story is unique and interesting but is written much too detailed written. There are way too much details, it is too slow. Alexandra and her driver just drive for hours to just don’t really find anything or anybody. And so they go on driving. It was just boring. The story of the man which ash is in the urn is quite tragic but it got buried under lots of words which lead to story to nowhere. This book would have been better if it was shorter and more focused on the story.

I received a copy from NetGalley in return for an honest review

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Nancy Star – Sister One, Two, Three

Sisters One, Two, ThreeSisters One, Two, Three by Nancy Star
My rating: 2 of 5 stars

I have to admit this book was not for me. I was so happy when I was approved from Lake Union Publishing and NetGalley. I am always up to a good family secret book but unfortunately I could not connect to this family.

I disliked simply everybody. I don’t have to like the characters in a book, but I have to connect on some level with them. Here I was annoyed by all of them. Glory was just so egocentric and egoistic; her behavior was just stupid and selfish. Ginger just got on my nerves with; the same with supermom Mimi. All other characters faded into the shades. There was no proper male character. Husbands, sons, neighbors, there were all background actors. I also found that big family secret strange and I really did not get why everybody acted like they did. First I thought Glory was funny and just sarcastic in her way. But after a while I really started to dislike her. She is the worst. Half of the book I was asking myself what this story is all about. There was almost nothing happening. Way too much introduction for this strange and absolutely not understandable family secret. But after the secret was revealed it did not get any better.
I am sorry but I just did not get the point of the book. There are far better books about dysfunctional families and their secrets. Maybe it is just me, probably it is me. But sometimes it happens that you don’t get into a story and dislike a book.

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Susan Perabo – The Fall of Lisa Bellow

The Fall of Lisa BellowThe Fall of Lisa Bellow by Susan Perabo
My rating: 2 of 5 stars

This book is not a thriller. It is a dark family drama. Meredith is 13 and one of the uncool girls at school. Lisa is the most popular one, even she is a bitch and a bully. One day they both are at the wrong place at the wrong time. They are together in a sandwich shop by accident when a robbery is happening. But the thief not only takes the money he also takes Lisa. And Meredith stays behind unharmed. But instead of being happy about that she feels guilty about the fact she did nothing to help. And she keeps asking herself why Lisa was taken instead of her.

Meredith is one of the narratives. The other one is her mother Clare. Clare is also torn between feeling relieved that her daughter was spared and feeling guilty for feeling so. After all there is still a girl missing and a mother fearing for the worst.

For most of the time I was not sure what this book is telling me. The characters are very realistic. Meredith is a grumpy teenager who was secretly a little bit obsessed by Lisa bevor the incident. Clare loves her children but she has problems to see them growing up. The family had to deal with another accident before when Meredith’s Brother Evan lost an eye due to an accident. Clare naturally wants her children to be safe and she does not come to terms with the fact that you actually just can’t.

I had some problems with the story. I just don’t get the point. The traumatic events are well displayed but I hated Clare whining all the time. I did not like her. Maybe it’s because this book is very American. Some things about education and parenthood are a bit different here in Germany. Meredith is a very close-lipped teenager. In her imagination she sees were Lisa was taken and what happened to her or rather imagines who things would be if she was taken together with Lisa. Somehow she felt left behind although she should be happy that she was. This did not work for me. I feel that I just missed the point of this all. Yes it may traumatic to come unharmed out of a robbery/kidnapping and yes it may be traumatic to be a mother to two teenagers who had to suffer. But somehow this as a story did not work for me. And then the end. I don’t need an ending in which is everything explained. But I feel that all this about Meredith and her imagination would have worked better if there would have been a conclusion.

At last I want so say something about the writing style. Although it is an easy read it is also very unique. Here an example:

„You’ve been protecting her your whole life. You’ll know“.
But he was wrong. Protecting her? Psychiatrists are stupid. Psychiatrist, in fact, we’re complete morons. She could not protect her daughter. She could not protect her from the stomach flu. She could not protect her from cancer or AIDS or the common cold. She could not protect her from mean girls. She could not protect her from her friends. She could not protect her from her own thoughts. She could not protect her from men who took girls from the line at the Deli Barn and killed them“.
„She could not protect her son. She could not protect him from bullies. She could not protect him from pill bottles. She could not protect him from girls who would break his heart. She could not protect him from drunk drivers. She could not protect him from crazy people with guns. She could not protect him from baseballs“.
I got her point at least after the second or third point. No need for going on and on with examples. Unfortunately the author does this every time the opportunity arises. So I started skipping those passages.

Maybe I just missed the point of this book or it was too American for me or I am just a heartless bitch or all together. This book was not for me and I was neither touched nor thrilled.

I received an ARC from NetGalley in exchange for an honest review

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Luckiest Girl Alive – Jessica Knoll

Rezension:

Luckiest Girl Alive - Jessica Knoll

HER PERFECT LIFE IS A PERFECT LIE.

As a teenager at the prestigious Bradley School, Ani FaNelli endured a shocking, public humiliation that left her desperate to reinvent herself. Now, with a glamorous job, expensive wardrobe, and handsome blue blood fiancé, she’s this close to living the perfect life she’s worked so hard to achieve.

But Ani has a secret.

There’s something else buried in her past that still haunts her, something private and painful that threatens to bubble to the surface and destroy everything.

With a singular voice and twists you won’t see coming, Luckiest Girl Alive explores the unbearable pressure that so many women feel to “have it all” and introduces a heroine whose sharp edges and cutthroat ambition have been protecting a scandalous truth, and a heart that’s bigger than it first appears.

The question remains: will breaking her silence destroy all that she has worked for—or, will it at long last, set Ani free?

Ani („Ahn-nee“ ausgesprochen, bloß nicht „Annie“) ist eine erfolgreiche Frau. Sie lebt in New York, hat einen tollen Job bei einer renommierten Zeitschrift und sie hat sich zudem einen tollen Mann aus altem Geldadel geangelt. Ihr einziges Problem ist ihr Gewicht. Sie ißt gerne, hat regelrechte Hungeranfälle, möchte aber unbedingt in ein Size Zero Kleid passen an ihrem Hochzeitstag. Ani ist unsympathisch, sie ist eine berechnende Zicke, sie ist oft gewollt grausam, überlegt ihre Antworten und Reaktionen genau, um die gewollten Effekte zu erzielen. Ihren Verlobten liebt sie eigentlich nicht. Sie liebt den Verlobungsklunker an ihrer Hand, ihren New Yorker Zip Code, ihr New Yorker Nummernschild an ihrem Jeep. Und sie kann es kaum werwarten, ihren neuen Namen anzunehmen. Ani hat ihren alten, verhassten Namen TifAni FaNelli hinter sich gelassen. Einen Namen, der schon Provinz ausstrahlt. Doch man merkt schon bald, das hinter der aufgebauten Fassade etwas steckt, was dieses ganze Lebenskonzept verursachte und zu Anis Panzer gegen die Welt wurde.

Im zweiten Erzählstrang lernen wir Ani als 14jährige kennen. Sie wechselt auf eine renommierte Schule, nachdem sie die alte verlassen musste. Die kleine TifAni hat ein Talent dafür, falsche Entscheidungen zu treffen und zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Unter dem Druck, an der neuen Schule schnell Anschluss an die beliebten Kids zu finden, macht sie sich, naiv wie sie damals war, schon bald zum Gespött. Zudem geschehen ihr schlimme Dinge, die sie selber gar nicht als so schlimm wahrnimmt, bzw das Schlimme daran falsch interpretiert. In ihreren verzweifelten Versuchen, auch beliebt zu sein, löst sie ungewollt eine Lawine aus, die zu einem schrecklichen Vorfall führt.

„Luckiest Girl Alive“ hat mich gleich zu beginn gepackt. Ich persönlich habe kein Problem mit Hauptfiguren, die ich nicht mag. Ani ist weder als Jugendliche noch als Erwachsene wirklich nett oder liebenswert. Sie ist immer schon berechnend gewesen, als Jugendliche noch nicht ganz so abgebrüht sondern eher nur auf relativ typische egozentrische Teenieart. Aber die Dinge, die ihr damals passierten, in die sie verwickelt war, haben sie nachhaltig traumatisiert und zu dem gemacht, was sie als erwachsene Frau ist. Fast kann man sie dann doch verstehen. Ani hat sich eine Rüstung erbaut, die sie schützt. Ihre Umwelt, selbst ihr Verlobter, sind bis heute Schuld daran, das sie daran festhält.

Diese Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, gerade auch wegen Ani, aber ich fand es, schlicht gesagt, bemerkenswert gut. Aufbau, Thematik, Schreibstil und die Figurenzeichnungen sind außergewöhnlich. Ich hätte das Buch in einem durchlesen können, wenn ich die Zeit gehabt hätte. „Luckiest Girl Alive“ ist für mich eine echte Entdeckung, eine Leseüberraschung, die ich so nicht erwartet hätte. Es gibt viele Dinge in dem Buch, die einen zum Nachdenken anregen, nicht zuletzt auch die schwierigen gesellschaftlichen Ansprüche, die an Frauen gestellt werden und die Vorurteile, wenn ein junges Mädchen in Schwierigkeiten gerät. Und gelegentlich war mir der ein oder andere unnette Gedanke bzw Handlung, die Berechnug von Ani nicht ganz so fremd muss ich gestehen.

Ein wenig Spannung gibt es auch. Denn der schreckliche Vorfall, der in Anis Jugend passierte, wird erst relativ spät aufgezeigt. Und er ist wirklich traumatisch. Ich hatte irgendwie noch mit einem Twist zum Schluß gerechnet, aber den gibt es nicht. Trotzdem ist der Schluß rund und ein Silberstreif am Horizont für die schwierige Ani.

5 Sterne

Original post:
coriander.booklikes.com/post/1168440/luckiest-girl-alive-jessica-knoll