Sophie McKenzie – Weil Du Lügst

Rezension:

[(Here We Lie)] [By (author) Sophie McKenzie] published on (September, 2015) - Sophie McKenzie

Emily, Rose und Martin sind Geschwister. Sie haben, als sie im Teengageralter waren, ihre Eltern verloren. Rose, die älteste, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihre jüngeren Geschwister, vor allem die 11jährige Emily, aufzuziehen. Dafür hat sie viele Abstriche in ihrem Leben gemacht. In Rückblenden sehen wir immer mal zwischendurch, wie es damals für Rose war.

Auf der zweiten Zeitebene sind alle erwachsen. Emily ist inzwischen Anfang dreißig und mit dem einige Jahre älteren Jed verlobt. Der hat für sie Frau und Kinder verlassen. Emily ist glücklich. Zu Beginn der Geschichte sind alle auf einem Urlaub in Korsika; Jed und Emily, Jeds Kinder, Rose, Martin und sein Lebensgefährte, Jeds Bruder samt Freundin. Fast alle werden bis zum Schluss noch eine Rolle spielen.

Die Urlaubsidylle ist schlagartig vorbei, als eines morgens Jeds Tochter tot aufgefunden wird. Am Abend vorher hatte Emily ihr ein Kopfschmerzmittel gegeben. Offenbar war das Medikament vergiftet. Jed, Anwalt der er ist, schießt sich ziemlich schnell auf das Pharamunternehmen ein, das das Medikament herstellt. Doch geraume Zeit später keimt in Emily der Verdacht, das das ganze nicht einfach ein verunreinigtes Medikament war sondern Absicht, und das vielleicht sie das Opfer hätte sein sollen.

Das Buch wird, wie gesagt, auf mehreren Zeitebenen erzählt. Zum einen natürlich in der Gegenwart, zudem immer mal wieder bei Rose in verschiedenen Jahren. Viel Raum nimmt auch DeeDees Geschichte ein. Sie ist ein unglückliches Kind. In Videotagebüchern hält sie ihren vorpubertären Kummer fest. Das ist zum Teil traurig zu lesen.

„Weil du lügst“ handelt in der Tat von Lügen. Jeder lügt hier irgendwie, hintergeht denjenigen, den er liebt. Emily ist ein wankelmütiger Charakter. Einerseits wird sie als stark und intelligent beschrieben, aber sie taumelt meist wie ein Feder im Wind hin und her zwischen den Meinungen der Männer in ihrem Leben. Ihrer Schwester Rose gegenüber, die eher Mutter als Schwester ist, hat sie ständig eine Art schlechtes Gewissen, weil sie so viel für sie tat. Jed ist ein extrem unsympathischer Charakter. Ich habe mich vom ersten Moment an gefragt, was Emily an ihm findet. Die Randcharaktere sind weitaus interessanter. Es gibt auch eine Art Krimihandlung. Emily, auf der Suche danach, was wirklich passiert sein könnte auf diesem Urlaub, kommt kriminellen Machenschaften einer Person aus ihrem Umfeld auf die Schliche, die ihr aber niemand glauben mag.

Das Buch ist ein solider Krimi, der durchaus unterhält und spannend ist. Auch wenn Emily streckenweise nervig ist mit ihrer Wankelmut und Jed einfach nur schrecklich, fiebert man doch mit, was denn nun passiert ist. Das liegt natürlich auch den den Kapiteln, die aus DeeDees Sicht geschildert sind. Das arme Mädchen wächst einem ans Herz. Das ist besonders traurig, da man ja weiß, das sie inzwischen tot ist. Und die Umstände, die zu ihrem Tod führen sind tragisch.

Zu bemängeln hätte ich die Sprache der Autorin. Die ist schon extrem einfach und schlicht. Dialoge oder sonstige Interaktionen der Figuren sind nicht ihre Stärke. Manches ist doch ziemlich schlicht formuliert und auch teilweise hölzern. Aber irgendwie hat das Buch trotzdem für mich funktioniert. Es muss wohl die Story gewesen sein, die mich gefesselt hat. Ich habe das Buch jedenfalls zügig und auch gerne gelesen.

Original post:
coriander.booklikes.com/post/1384789/sophie-mckenzie-weil-du-lugst

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