Sarah Lotz – Die Drei

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Klappentext

Der Tag, an dem es passiert, geht als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten. Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist …

 

Das Buch beginnt ganz normal in der dritten Person geschrieben. Pamela, eine texanische Hausfrau, befindend sich auf einem Inlandsflug in Japan, weil sie ihre dort lebende Tochter besuchen möchte. Sie ist eine typische, gottesfürchtige Amerikanerin, die sich zu Hause in ihrer kleinen Gemeinde engagiert und ansonsten ein unaufgeregtes Leben führt. Während sie sich noch auf dem Trip ihres Lebens wähnt und sich um ihren Hund zu Hause sorgt, hat ihre Maschine plötzlich Probleme. Sie stürzt tatsächlich ab. Pamela überlebt noch wenige Minuten. In denen zeichnet sie eine Kurznachricht mit ihrem Handy auf, in der ein paar kurze merkwürdige Dinge über einen Jungen und Tote sagt. Gerichtet ist diese merkwürdige Nachricht an ihren Pfarrer zu Hause.

Im nächsten Kapitel ändert sich die Erzählweise. Wir haben es mit einem Buch im Buch zu tun. Die investigative Journalistin Elspeth Martins hat ein Buch über die Geschehnisse an diesem „Schwarzen Donnerstag“ geschrieben. Es sind nämlich insgesamt 4 Flugzeuge an diesem Tag abgestürzt. Aus dreien davon barg man als einzige Überlebende 3 Kinder im ungefähr gleichen Alter. Elspeths Buch bildet nun die eigentliche Geschichte. Es besteht aus kurzen Anmerkungen der Autorin, Mails, Chatprotokollen, Interviews etc. Denn Pamelas kurze Nachricht, das Überleben der Kinder und das, was danach mit ihnen geschah, hat einen riesigen Wirbel verursacht und sogar umwälzende gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst. Pamelas Pfarrer erkennt ein göttliches Zeichen in den Unfällen, sieht gar die Apokalyptischen Reiter in den Kindern. Er löst eine ungeahnte religiöse Welle aus, indem er Pamelas wirre Nachricht als Botschaft einer Prophetin interpretiert. Aber auch Ufologen finden die Sache um die Kinder sehr interessant.

Man kann sich nicht wirklich auf eine Hauptperson einlassen in dem Buch. Relativ viel Raum bekommt Paul Craddock, der Onkel eines der Kinder. Er nimmt die kleine Jess zu sich, denn sein Bruder, dessen Frau und Jess‘ Zwillingsschwester kamen um Leben. Er beschreibt sein ungutes Gefühl in Bezug auf Jess. Sie verhält sich in seinen Augen merkwürdig. Auch die anderen Kinder erscheinen ihren Verwandten sehr verändert. Merkwürdige Dinge passieren gelegentlich um sie herum. Kleine Dinge, die man sich auch einbilden könnte oder auf eine posttraumatische Belastungsstörung schieben könnte.

Elspeths fiktive Berichte, Mails etc fügt die Autorin sehr gekonnt zu einem homogenen Bericht. Es entsteht so tatsächlich eine Geschichte. Man ist sowohl bei den Hinterbliebenen, steht nahe an ihrem tragischen Verlust, bei Freunden, bei Betroffenen. Man erkennt, wie die religiöse Lawine losgetreten wird von einem kleinen Landpfarrer, weil die Story so gut zu den Ambitionen mächtigerer Männer passt. Manchmal ist er hier und da ein bisschen viel religiöser Eifer, aber er fügt sich gut ins Bild. Auch ist es interessant, wie anders z.B. in Japan mit der Sache umgegegangen wird.

Es gelingt der Autorin das ganze Buch über eine düstere Stimmung aufrecht zu halten. Es ist eine Balance zwischen etwas Mystischem oder einfach einer Paranoia. Ich war völlig gebannt von dieser Geschichte, irgendwie hatte ich immer so ein unbehagliches Gefühl, irgendetwas stimmt nicht mit diesen Kindern. Oder sind die Berichte über sie einfach zu einseitig? Die Autorin legt uns ja keine Erzählung vor, sondern sie präsentiert die subjektiven Eindrücke und Erinnerungen von Betroffenen.

Das Problem bei solchen Geschichten ist oft das Ende. Ich habe mich bereits ab der Mitte gefragt, wie die Autorin diese vielschichtige, mysteriöse Geschichte zu Ende bringen wird. Ich persönlich finde, sie hat das sehr gut hinbekommen. Es werden nicht alle Fragen geklärt, damit muss man leben, es werden sogar noch ein paar Fragen mehr aufgeworfen, es regt aber auch zu Eigeninterpretation der Dinge an. Und laut Verlag ist „Die Drei“ ein Auftakt zu einer Serie. Vielleicht geht es ja weiter mit der Geschichte. Ich wäre auf jeden Fall dabei.

Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen. Es hat mich gedanklich nicht losgelassen, wenn ich gerade nicht lesen konnte. Mir hat auch der etwas andere Aufbau gefallen und vor allem die düster, unheimliche Stimmung des Buches.

5 Sterne

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